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Posts Tagged ‘Dani Garcia’


Mangelndes Selbstvertrauen kann man Dani Garcia nicht vorwerfen. Als einzige Alternative zu seinem Menu Experience gibt es die Möglichkeit, zwei Gänge zusätzlich zu ordern – und das war unser Fehler an diesem Abend, wir haben‘s nämlich nicht getan.

Das Restaurant liegt etwas versteckt hinter dem Hauptkomplex des Hotels Gran Meliá Don Pepe, direkt am Meer. Eine beeindruckende Lage und die Neugestaltung des Restaurant- und Terrassenbereiches absolut gelungen. Die Einrichtung elegant-modern, edle Materialien, großzügig gestellte Tische und ein Gefühl, man sitzt direkt über dem Wasser. Es empfiehlt sich, das Menu auf der Terrasse zu beginnen. Zum einen, weil es das Wetter in dieser Region meistens zulässt, und zum anderen reduzieren Sie so das atemberaubende Tempo des Service, wenn Sie zum Tisch wechseln. Diese Kritik muss allerdings relativiert werden. In unseren Breiten beginnt man einen ausgedehnten kulinarischen Abend um spätestens 20:00 Uhr, wobei der Digestif dann weit nach Mitternacht getrunken wird. Die Spanier kommen in der Regel zwischen 22:00 Uhr und 23:00 Uhr zum Essen, also würde man ihn hier kurz vor Sonnenaufgang nehmen. Dazu kommt, dass das Menu bei Dani Garcia 19 Gänge hat – ohne die beiden von uns versäumten. Eigentlich sind es 19 Tapas unterschiedlichster Geschmäcker und Texturen: Interessant, kurzweilig und mit kaum noch Einflüssen aus der Molekularküche – auch das eine positive Entwicklung der letzen Zeit.

Es würde den Rahmen dieses Gourmet Snapshots sprengen, die Gerichte einzeln zu beschreiben und es ist auch kaum möglich sich auf die Highlights zu beschränken – es war durchgängig hochklassig. Mit Ausnahme des letzten Desserts, einer gedämpften Pfirsich mit Lemongras (etwas banal und geschmacklos) und den Petits fours, aber es wäre Nörgelei dies ausführlicher zu erwähnen. Die verwendeten Vokabeln Gerichte, Menu, Dessert sind eigentlich irreführend. Mit einem „Essen“ nach unseren herkömmlichen Vorstellungen hat das hier wenig zu tun, es ist vielmehr ein probieren, ein schmecken und kosten unterschiedlichster Happen – Tapas eben. Es wurde kein Messer eingedeckt, meist waren es kleine Löffel oder Gabeln und zwischendurch haben wir mit den Fingern gegessen. Dasselbe beim Geschirr – nur dreimal wurde auf Porzellan serviert, ansonsten auf Schieferplatten, Holz, Glas, auf Zahnstochern und im Joghurtbecher.

my first yogurt

Das Weinangebot ist überraschend breit, auch international, vorwiegend mit jüngeren Jahrgängen – mit diesen scheint man es allerdings nicht sehr genau zu nehmen. Beim Weißwein, dem Lapena 2006 von Domino do Bibei aus Ribeira Sacra (ein ausgezeichneter Godello), war noch alles in Ordnung. Von zwei Bestellungsversuchen beim Rotwein – Talbot 2005 und Almaviva 2000 – waren jeweils nur mehr die nächst jüngeren verfügbar, worauf wir dem sichtlich beschämten Sommelier die Wahl überließen. Er brachte den El Regalo 2004 von Izadi, eine neue Reserva aus dem exzellenten Jahrgang 2004. Hier finden sich die Trauben wieder, die bisher im Izadi Seleccion verarbeitet wurden. Am Gaumen geschmeidige, weiche Tannine, die der Wein von seinem 20-monatigen Ausbau in Barriques mitbringt, aber nicht in der Klasse, in der wir bestellt hätten.

94 Punkte           Küche: *****           Wein: !!!!

Restaurante Calima

Avda. José Meliás/n

E-29602 Marbella

Tel: +34 952 764 252

Email: calima@dgarcia.es

 Dienstag bis Samstag von 19:30-22:00 Uhr

Freitag und Samstag von 13:30-15:00 Uhr

Menü 134€

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